Meine Geschichte Teil 2 – Eine Idee, die einen Namen braucht

12. Juni 2011

Wo findet man Menschen, denen es genauso ergeht, in einer großen Stadt?

Vielleicht gibt es ja eine Selbsthilfegruppe, dachte ich mir. Und fragte
bei KISS nach.
Nein es gab keine Selbsthilfegruppe und die Idee lag auf der Hand, eine
zu gründen.

Selbsthilfegruppe verband ich persönlich bisher immer mit einem Raum,
einem Stuhlkreis, indem alle ganz ernst dreinblickend sitzen und sagen.
„Ich bin die….. und habe…..!“ Nein, so wollte ich das nicht.
Locker und lebensfroh sollte die Runde werden, neue Kontakte wollte ich
knüpfen und mich natürlich auch über meine Intoleranz austauschen. Ich
wollte wieder Teil der Gesellschaft werden, denn „intolerant“ zu sein
heißt, nicht mehr Essen gehen zu können, nicht mehr von Freunden
eingeladen zu werden, weil die nicht wissen, was sie mir zu Essen
anbieten sollen. Es schien, als ob alle mit meinen Unverträglichkeiten
überfordert waren und sich zurück zogen. Ich selbst zog mich auch
zurück. Abends weg gehen und schnell mal was Essen, ging ja einfach
nicht mehr.

Doch ich wollte zurück ins Leben! Wieder dazugehören! Freunde haben, die
mich verstehen.
Ich beschloss keine klassische Selbsthilfegruppe zu gründen, sondern
einen Stammtisch ins Leben zu rufen, der einen coolen Namen hat, der
nach Lebensfreude und Kontakt klingt.
So gründete ich im August Meet and Eat! Lecker essen trotz Intoleranz!
Nur wo sollten die Treffen stattfinden? In einem Lokal, mit leckeren
verträglichen Gerichten!

Es sollte nicht so einfach sein, etwas Passendes zu finden. Welches
Restaurant möchte schon einen „Haufen kranker Leute“ in seinem Lokal
haben, für die man speziell kochen muss.
Meine Suche zeiget:“ Ja, es gibt sie, die Lokale mit Leitern und
Küchenchefs, die erkannt haben, dass Menschen mit
Nahrungsmittelintoleranz kein „Haufen kranker Menschen“ ist, sondern
eine Kundengruppe, die stetig wächst. Die sie bisher nicht bedienen
konnten, weil ihnen fundierte Kenntnisse dazu fehlten.
Inzwischen schon sehr informiert zu dieser Thematik wurde mein Weg immer klarer.

Ich möchte etwas verändern!
Mein Leben als „Intolerante“ ist viel bewusster geworden!
Ich mache mir Gedanken über die Produkte, woher sie kommen, wie sie
verarbeitet werden. Der Weg in den Bioladen gehört zum Alltag und ich
weiß, dass sich das, was ich esse, nachhaltig auf meine Gesundheit
auswirkt.

Ich will Menschen helfen, die nach der Diagnose genauso unbeholfen da
stehen, wie ich es tat.
Ich möchte ihnen Wegbegleitung sein, beim Lernen, mit
Unverträglichkeiten umzugehen. Damit sie wieder Lebensfreude verspüren
beim Genuss ihres Essen und im Kontakt mit anderen Menschen.

Ich möchte der Gastronomie und Unternehmen aufzeigen, dass es möglich
ist, auf diese besonderen Gäste einzugehen und mit dem entsprechenden
Angebot neue Kunden zu gewinnen. Ich möchte informieren, aufklären und
coachen.

So entstand die Idee für …….. ja wie sollte es heißen.